Ursprünglich brüteten Flussseeschwalben in NRW auf kiesig-sandigen Ufern größerer Flüsse sowie auf natürlichen Kiesinseln, auch an der Weser. Durch Begradigungen und den Ausbau zur Bundeswasserstraße gingen an der Weser und vielen anderen Flüssen die Nistmöglichkeiten für die Art verloren. Eine erfolgreiche Maßnahme zur Schaffung von Brutplätzen sind künstliche Brutflöße, die auf Abgrabungsgewässern ausgebracht werden. Diese bieten auf einer Fläche von bis zu 20 m2 und einer Kies-Sand-Auflage optimale Brutbedingungen für Flussseeschwalben. Im Naturschutzgebiet Mittelweser wurde das erste Brutfloß 2023 in Betrieb genommen, im NSG Häverner Marsch folgte 2024 ein zweites. Als Ausgleichsmaßnahme für wegfallende Brutplätze für Sturmmöwen, wurden Ende 2025 zwei weitere Brutflöße in Betrieb genommen, eins im NSG Lahder Marsch und eins im NSG Windheimer Marsch. Der Bruterfolg der Flussseeschwalbe wird alljährig an zwei Terminen gemeinsam mit Stefan Sudmann vom Planungsbüro STERNA, der für das NRW-weite Monitoring der Art seit 2022 beauftragt wurde, überprüft. In diesem Jahr konnte mit insgesamt 46 Brutpaaren eine neue Höchstzahl brütender Flussseeschwalben auf den Flößen festgestellt werden! Allein auf dem Floß im NSG Mittelweser brüteten 44 Paare und diese zogen über 60 Küken auf.