Salamanderpest
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Salamanderpest
Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, ist ein Hautpilz, der Amphibien befällt. Für Feuersalamander endet ein solcher Befall fast immer tödlich, während Molche den Befall deutlich häufiger überleben und andere Amphibien wie Frösche und Kröten vor allem als Überträger fungieren.
Der Pilz kommt vermutlich ursprünglich aus Ostasien und wurde über den Handel mit Terrarientieren eingeschleppt. Die dortigen Schwanzlurche sind allerdings resistent gegen den Erreger und erkranken somit nicht. Es wird vermutet, dass der Erreger seit 2008 in Europa vorzufinden ist. Aus der damaligen Zeit wird von den ersten massiven Salamandersterben berichtet, welche zunächst in den Niederlanden auftraten. 2013 wurde der bis dato unbekannte Hautpilz als Ursache erkannt und erstmals beschrieben.
2014 wurde der Pilz dann auch in Deutschland- und zwar in der Eifel- nachgewiesen.
Seit 2025 ist sein Vorkommen nun auch bei uns im Kreis Minden Lübbecke bekannt.
Nach bisherigen Erkenntnissen ist zu befürchten, dass Bsal ganze Feuersalamandervorkommen auslöschen kann.
Da Amphibien schon ohne den Hautpilz aufgrund von Lebensraumverlust, Straßenverkehr und Intensivierung der Landwirtschaft zu einer der am meisten bedrohten Tiergruppen zählen, ist es unbedingt geboten seine Ausbreitung zu bremsen.
Jede Person kann dabei mithelfen:
- Berühren Sie keine toten Salamander oder Molche – auch nicht mit dem Schuhwerk.
- Nutzen Sie ausschließlich Wege und betreten Sie weder die Land- (insbesondere Laubwälder) noch die Wasserlebensräume (insbesondere Bäche und Tümpel) der Tiere.
- Leinen Sie Ihren Hund in Amphibienlebensräumen an.
- Befreien Sie Ihre Schuhsohlen, Wanderstöcke, Reifenprofile, etc. vor Ort mit einer Bürste gründlich von Erde, halten Sie dabei ausreichend Abstand zu Gewässern (keine Reinigung im Wasser!)
- Desinfizieren Sie anschließend (z. B. per Sprühflasche mit 70%igem Alkohol, mind. 2 Minuten Einwirkzeit).
- Bitte melden Sie schnellstmöglich tote Salamander, möglichst mit Foto und genauen Fundpunktkoordinaten an die Biologische Station Minden-Lübbecke e.V., Christian Vogel, 05704 167768-5, c.vogel@biostation-ml.de, zu den üblichen Geschäftszeiten.
Weitere Infos finden Sie unter:
https://www.lanuk.nrw.de/themen/natur/artenschutz/amphibienkrankheiten
Unsere Feuersalamander leben überwiegend im Stemweder Berg, im Weser- und im Wiehengebirge. Besonders in diesen Bereichen ist darauf zu achten, dass die Schuhe vor und nach dem Spaziergang gesäubert und desinfiziert werden. Schließlich wollen wir diese Tiere noch lange bei uns beobachten können.
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