Das Jahr 2025 war vor allem für unsere Feuchtlebensräume viel zu trocken, so auch für die Gewässerlandschaft Große Aue. Als Folge waren die Wasserstände sehr niedrig, viele Blänken und Kleingewässer trockengefallen und die Feuchtwiesen und Bruchwälder sind auch frühzeitig trockengefallen. Dadurch sind vor allem die angestrebte Flora der Feuchtgebiete, die entsprechenden Lebensräume, sowie die Amphibien- und Fischbestände gefährdet.              
Positiv ist aber zu vermerken, dass wir dank entsprechender Förderung in der Lage waren, Gehölzarbeiten im größerem Maßstab durchzuführen. So im Bereich Rahden am Storchenhorst. Eigentlich sollten sich hier Hochstaudenfluren und Röhrichtbestände entwickeln, große Teile waren aber inzwischen von Gehölzen, allen voran Weiden, seit Jahren überwuchert. Die Gehölze wachsen vor allem auf den trockeneren Bereichen und beginnen von dort die Röhrichte zu verdrängen.   
Diese Weiden konnten jetzt überwiegend entfernt werden. Allerdings zeigte sich, dass trotz der Trockenheit immer noch einige nasse Stellen vorhanden waren, an die mit Maschinen nicht heranzukommen war. Auch wenn wir gerne alle Gehölze beseitigt hätten, sind wir doch froh darüber, dass das System der Auenlandschaft funktioniert und auch in trockenen Jahren Wasser gespeichert wird.

Das ist nämlich eine von zwei wichtigen Aufgaben einer Auenlandschaft: Wasserrückhaltung. Die zweite wichtige Eigenschaft ist die Wasseraufnahme während Hochwasserereignissen, um das umliegende Land zu schützen. Selbstverständlich dient die Auenlandschaft auch als Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten. So ist besonders die Große Aue, die von Süd nach Nord durch den Kreis fließt, für Flora und Fauna ein wichtiger Wanderkorridor. So hat sich inzwischen der Fischotter, als prominentes Beispiel, von Norden kommend, bis zum Wiehengebirge vorgearbeitet und auch das Gewässersystem der Bastau erschlossen.

Die durchgeführten Maßnahmen wirken auf den ersten Blick wie ein starker Eingriff der sich aber durch einen hoffentlich nassen Winter bzw. ein nasses Frühjahr voll auszahlt. Durch regelmäßige Pflege soll die Fläche frei von Gehölzen bleiben, so dass folgende Maßnahmen in kleinerem Maßstab erfolgen können. Auf längere Sicht werden so die wichtigen und auch gesetzlich geschützten Lebensräume, feuchte Hochstaudenflur und Röhricht, mit ihrer spezialisierten Tierwelt dauerhaft erhalten.

Foto: Luftbild vor dem Eingriff
Foto: Luftbild vor dem Eingriff
Foto: Luftbild nach dem Eingriff
Foto: Luftbild nach dem Eingriff
Foto Gehölzarbeiten: Christian Vogel
Foto Gehölzarbeiten: Christian Vogel