Erfreulicherweise breitet sich der früher in ganz Norddeutschland weitgehend ausgerottete Fischotter wieder aus. So gibt es seit einigen Jahren auch Nachweise aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Vor diesem Hintergrund hat die Biologische Station in diesem Jahr die Aktivitäten des Fischotters im Vogelschutzgebiet (VSG) Weseraue in den Blick genommen. Erleichtert wurde unsere Arbeit dabei durch Wildkameras. Das sind spezielle Kameras, welche auf Bewegung und Wärme reagieren und somit effektiv Wildtiere auf Fotos festhalten.

Eine andere gängige und sehr effektive Methode zum Nachweis von Fischottern ist die Suche nach Losung (Kot). Denn der Fischotter markiert sein Revier an markanten Stellen mit Hilfe seiner Losung, z.B. unter Brücken, und zeigt damit den von ihm besiedelten Lebensraum an. .
Da es in den Schutzgebieten entlang der Weser keine kleinen Brücken gibt, ist eine solche, einfache Kartierung nicht möglich und es wurden Wildkameras aufgestellt um den nächtlichen Aktivitäten des eleganten Marders auf die Spur zu kommen. Zudem ist es für die kartierende Person natürlich viel schöner, einen Fotonachweis zu haben, anstatt nach den Hinterlassenschaften der Tiere zu suchen (😉).

Deswegen wurden im Jahr 2025 Im Ergebnis hatten wir zwar mit etlichen Fotos mehr gerechnet, freuen wir uns aber sehr, dass uns zwei Nachweise gelungen sind (Siehe Fotos).

Foto Fischotter: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Fischotter: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Fischotter: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Fischotter: Biologische Station Minden- Lübbecke

Natürlich sind bei der Untersuchung nicht nur Fischotter aufgenommen worden, sondern es ließen sich auch viele andere Tiere vor der Linse blicken. Sozusagen als „Beifang“ wurden besonders häufig allgegenwärtige Arten wie Waschbären, Fuchs, Graureihern und Ratten festgehalten.

Dazwischen tauchen immer mal Highlights auf, wie die folgenden beiden Fotos von derselben Kamera zeigen.

Auf dem ersten Bild sind ein erwachsener Biber mit dem diesjährigen Nachwuchs zu sehen, sodass wir damit auch den Reproduktionsnachweis des europäischen Bibers im Vogelschutz Weseraue erbracht haben. Damit steigt die Anzahl der Biberreviere im Kreisgebiet auf wahrscheinlich acht. Diese wasseraffinen Baumeister sind für ihre Dämme und Burgen bekannt, die sie bei uns allerdings nur bedingt errichten: Überwiegend sind die besiedelten Gewässer ausreichend tief und die Böschung steil genug, so dass Dämme zur Anhebung des Wasserspiegels nicht gebraucht werden. Ab Wassertiefen von ca. 80 cm werden die Gewässer nicht aufgestaut. Der Biber gräbt dann Röhren in die Uferböschungen die zu seinem unterirdischen Bau führen, ähnlich wie beim Bisam. Im Unterschied zum Nutria liegen die Eingänge dazu meist unter der Wasseroberfläche.

Das zweite Foto zeigt vermutlich eine Wildkatze, die Experten vom LANUK und LAVE haben unseren Verdacht bezüglich der äußeren Merkmale bestätigt. Eine absolute Gewissheit kann allerdings nur eine genetische Analyse bringen.

Während die Biberfamilie schon anhand der Nagespuren bekannt war, ist der Wildkatzennachweis doch eine Überraschung. Wir haben Bereiche im Kreisgebiet mit deutlich besseren Lebensräumen für die Wildkatze als entlang der Weser (z.B. im Weser- und Wiehengebirge). Die Wildkatze ist aktuell vor allem in den Mittelgebirgsregionen mit größeren Waldgebieten verbreitet. Wir sind deshalb sehr gespannt, ob sich das Tier dort noch einmal zeigt oder nur auf der Durchreise war. Auch dies wäre aber positiv zu bewerten, zeigt es doch wie wichtig naturnahe Flußufer und -auen als Wanderungskorridore für viele Tier- und Pflanzenarten sind.

Foto Biberfamilie: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Biberfamilie: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Wildkatze: Biologische Station Minden- Lübbecke
Foto Wildkatze: Biologische Station Minden- Lübbecke