Ein Bagger belädt einen Trecker mit Muldenkipper mit dem Aushub des anzulegenden Teiches im Wald.
Das neue Gewässer wird angelegt und der Aushub abtransportiert. © C. Vogel

Zusammen mit dem Kreis Minden-Lübbecke haben wir im Heisterholz über das IP-LIFE Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ Lebensräume für die am stärksten gefährdete Molchart in NRW, den Kammmolch, geschaffen und ertüchtigt. Der Kammmolch ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und somit europaweit geschützt. Aufgrund dieser Einstufung ist man dazu verpflichtet den Kammmolch aktiv zu fördern und zu schützen. Er ist ebenfalls einer der Gründe weshalb das NSG Heisterholz einschließlich der NSGs Nordholz und Kohbrink das FFH-Gebiet Heisterholz bildet. Neben der Förderung der Tiere, wird alle 7 Jahre der Zustand des Lebensraumes und der Population, mittels Bestandserfassung, kartiert. So haben wir einen regelmäßigen Überblick über den Zustand der Gewässer und können entsprechende Maßnahmen planen und umsetzen.

IP-Life Atlantische Sandlandschaften sichert Finanzierung

Das Konzept für diese Maßnahme ist bereits mehrere Jahre alt, jetzt konnte aber endlich mit IP-Life „Atlantische Sandlandschaften“ die Finanzierung sichergestellt werden. Nachdem ein erster Versuch im letzten Jahr bereits buchstäblich ins Wasser fiel­­­ − aufgrund des vielen Regens war die Befahrbarkeit des Bodens nicht gegeben − konnte in diesem September die Maßnahme umgesetzt werden. Dazu gehörte die Neuanlage eines Kleingewässer, die Sanierung zweier Bestandsgewässer und die Renaturierung einer Pfeifengraswiese, ebenfalls ein geschützter Lebensraum nach europäischem Recht. Noch sieht alles ein wenig wild aus, wir erwarten aber eine zügige Begrünung der Wiese und der Gewässerränder.

Bei der Anlage und Sanierung der Gewässer wurde besonders auf eine Tiefe von etwa 2 m geachtet. Ziel ist es, dass die Gewässer erst im späten Verlauf des Jahres austrocken. Das ist genau auf die Lebensweise des Kammmolchs abgestimmt, da sich dieser und seine Larven besonders lange in den Laichgewässern aufhalten. Eine Austrocknung ist aber weiterhin gewünscht, damit sich keine Fische dort ansiedeln können. Sie sind der größte Feind der Amphibien in den Laichgewässern, denn sie fressen sowohl den Laich als auch die kleinen Larven der Amphibien. Gleichzeitig kommen die neugestalteten Lebensräume auch weiteren Arten zu Gute. So können z.B. Fledermäuse, Libellen, weitere Amphibien und Kleingewässerorganismen von den Maßnahmen profitieren. Sie finden dort Nahrung und/oder Fortpflanzungsstätten.

Die Salamanderpest und der Kammmolch

Aktuell ist der Kammmolch durch die Salamanderpest (Batrachochytrium salamandrivorans) gefährdet, die leider auch schon das FFH-Gebiet erreicht hat. Aus diesem Grund wurde ein Hygienekonzept als begleitende Maßnahmen zu den Arbeiten umgesetzt, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Wollen wir hoffen, dass diese neuen Gewässer den Bestand des Kammmolchs im Heisterholz weiter stützen. Weitere Maßnahmen begleiten die Anlegung der Gewässer bereits, wie z.B. das fortlaufende Monitoring und der Schutz der wandernden Tiere an Straße.

Diese Maßnahme wurde in enger Abstimmung mit dem zuständigen Forstamt umgesetzt. Wir bedanken uns recht herzlichen bei allen Beteiligten und beim Team des IP-Life „Atlantische Sandlandschaften“ für die gute Zusammenarbeit.

Ein saniertes Gewässer, indem sich bereits Wasser sammelt, mitten im Wald.
Saniertes Gewässer im Heisterholz, es hat sich bereits das erste Wasser gesammelt. © C. Vogel
Der neue Teich im Heisterholz, direkt nach der Anlage, es steht noch kein Wasser drin.
Das neue Gewässer direkt nach der Anlage, rechts ist die zukünftige Pfeifengraswiese zu sehen. © C. Vogel