Mitmachtag der Biologischen Stationen NRW
Der Mitmachtag 2026 der Biologischen Stationen in ganz NRW unter der Schirmherrschaft von Umweltminister Krischer war ein voller Erfolg! In der Häverner Marsch haben bei strahlendem Herbstwetter vierzehn helfende Hände mit Astschere und Säge Jungwuchs und Gehölze aus dem Röhricht in der Weseraue entfernt. Normalerweise ist der Bereich für Menschen gesperrt, denn die Röhrichte sind wichtige Lebensräume für viele Vogelarten. Ausnahmsweise für die notwendigen Pflegemaßnahmen durften die fleißigen Helferinnen und Helfer das Schutzgebiet von einer anderen Perspektive kennenlernen.
Das Naturschutzgebiet „Häverner Marsch“ mit seinen 104 ha ist Teil des EU- Vogelschutzgebietes „Weseraue“. Es ist eines der bedeutendsten Brut-, Mauser-, Rast-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiete vor allem für Wasser- und Watvögel in Nordrhein-Westfalen. Es erstreckt sich vom Naturschutzgebiet „Lahder Marsch” im Süden bei Petershagen bis zur Staustufe Schlüsselburg im Norden an der niedersächsischen Grenze. Die im Zuge von Kiesabgrabungen entstandenen Gewässer, wie z.B. innerhalb der Häverner Marsch bieten vor allem Wasservögeln wertvolle Brut- und Rastgebiete.
Wir bedanken uns für den Arbeitseinsatz und freuen uns schon auf den nächsten Mitmachtag in 2027!
Meilensteinveranstaltung LIFE- Wiesenvögel NRW
Am 13. September fand eine Führung der Biologischen Station Minden-Lübbecke im Naturschutzgebiet Bastauwiesen statt. Anlass war das seit fast sechs Jahren laufende LIFE-Projekt Wiesenvögel NRW. Dieses Projekt ermöglicht in 8 EU-Vogelschutzgebieten in NRW die Renaturierung von Lebensräumen für bodenbrütende Wiesenvögel. Eines davon ist das Vogelschutzgebiet Bastauniederung, zu dem die Bastauwiesen gehören. Im Rahmen des Projektes wurden in den letzten Jahren im Bereich südlich des Ortes Hille verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Ziel ist es dabei, die historischen Offenland-Lebensräume und Feuchtwiesen in diesem Niedermoor wiederherzustellen, sodass für seltene Brutvögel bessere Brutbedingungen geschaffen werden.
Trotz des einstündigen Nieselregens zu Beginn der Exkursion war die Veranstaltung gut besucht. Interessierte Bürgerinnen und Bürger ließen sich die Zielvogelarten des Naturschutzgebietes – wie Kiebitz, Großer Brachvogel und Wiesenpieper – vorstellen. An deren Bedürfnissen und Lebensraumansprüchen orientieren sich die Maßnahmen, die im Rahmen des LIFE-Projektes in den letzten sechs Jahren durchgeführt wurden.
Entfernung von Gehölzen und Entwicklung von Nasswiesen für die Wiesenvögel
Um die für Bodenbrüter wichtige weiträumig offene Landschaft herzustellen, wurden 8 ha Gehölze entfernt. Resttorfbuckel wurden abgetragen und der Torf in die Abgrabungsgewässer im benachbarten Naturschutzgebiet Großes Torfmoor eingebracht. Die gerodeten Flächen wurden durch die Übertragung von Mahdgut von benachbarten artenreichen Wiesenflächen als Grünland eingesät. Die Wiesen im Projektgebiet werden extensiv bewirtschaftet und nur zweimal im Jahr gemäht, damit sich eine vielfältige Wiesenvegetation mit vielen Insekten einstellen kann. Als Voraussetzung für die Durchführung solcher Maßnahmen war auch Flächenerwerb Teil des Projektes. In einem zentralen Bereich wurden zwischen den bereits dem Kreis Minden-Lübbecke gehörenden Wiesen liegende Privatflächen gekauft. So erhielt man ein größeres zusammenhängendes Areal für den Wiesenvogelschutz.
Als letzter Schritt der Projektmaßnahmen werden die für Wiesenbrüter wichtigen, früher hier vorhandenen Feuchtwiesen wiederhergestellt. Der Einbau von Staubauwerken in einigen Gräben soll die zeitweise Zurückhaltung des Regenwassers im Winter und zeitigen Frühjahr ermöglichen, um den Grundwasserstand während der Brutzeit anzuheben.
Die Führung war eine gute Gelegenheit, den sehr erfreulichen Projektfortschritt, der nur durch die gute Zusammenarbeit von Behörden, Landwirtschaft, Flächeneigentümern und Naturschutz möglich war, vor Ort vorzustellen.